Kinderseelen in Corona-Zeiten

Kinder haben ein Recht auf Partizipation in allen Belangen, die sie betreffen. Seit nun mehr einem Jahr herrscht der Ausnahmezustand! Im Februar 2020 war unvorstellbar, was heute gelebte Realität ist. 

Corona verändert alles und nachhaltig! Auch wenn die Pandemie ein gesamtgesellschaftliches Problem darstellt, so trifft es gerade die Kinder besonders hart. 

Neben den Auswirkungen, die der Lockdown für Schulen und frühkindliche Einrichtungen bezogen auf Bildung verursacht, sind die Kinder Opfer eines Kollateralschadens noch ungeahnten Ausmaßes. Aber so sehr die Kinder auch betroffen von der besonderen Situation sind und so sehr sie unter den Maßnahmen auch nachhaltig leiden, gehört werden sie nicht. Ihnen fehlt die Struktur der Schule und ebenso die sozialen Kontakte zu Freunden und Lehrkräften. Sie sorgen sich um ihre Großeltern und unterdrücken dauerhaft ihre kindlichen Bedürfnisse. Ihre Gedanken und Gefühle werden noch kaum erforscht. 

Hier setzt die Forschung – Kinderseelen in Corona-Zeiten – an. Kinderzeichnungen, angefertigt von KiTa- und Grundschulkindern in NRW, Österreich und den Niederlanden, werden in dem groß angelegten Forschungsprojekt analysiert und interpretiert. Das Forschungsteam-Raumstation gibt den Kindern so eine Stimme. Durch die Ergebnisse soll Wissen über kindliche Gefühle und Bedürfnisse generiert werden. 

Ein EInblick in die Kinderzeichnungen

Kindgerechte Kommunikationskultur

Wenig achtsame Kommunikation überfordert Kinder und schließt Türen, statt sie zu öffnen. Kinder haben ein Recht auf kindgerechte Information und auf ihre eigene Meinung. Sie wollen gehört werden. Deshalb müssen wir ihnen zuhören und Sie ernst nehmen. Wir müssen ihre Perspektive wahrnehmen. Kinder sprechen 100 Sprachen. Sie verfügen über eine Vielzahl von Ausdrucksformen, welche uns Zugang zu ihnen verschaffen können, wenn wir ihnen die Möglichkeit geben diese zu zeigen. 

Eine pädagogische Kommunikationsgestaltung zwischen Kind und Erwachsenem erfordert Sensibilität, Respekt und Achtsamkeit. Die kindliche Aktion wahrzunehmen und ihr zu folgen, kann der Schlüssel zu angemessenem responsivem Verhalten sein. 

Das Forschungsinteresse gilt hier dem kommunikativen Prozess zwischen Kind und Erwachsenem auf einer pädagogischen Ebene. Durch videografische Beobachtungen werden die Kind-Pädagog*in-Interaktionsprozesse analysiert und interpretiert. Im Fokus stehen hier sowohl die verschiedenen Ausdrucksformen der Kinder als auch Aktion und Reaktion der Beteiligten. Das Ziel der Forschung ist, Kommunikationsmerkmale herauszuarbeiten, die zu einer kindgerechten pädagogischen Kommunikationskultur führen soll.

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